Arbeitskleidung im Sommer (1/2)

Bleibt alle mal ganz cool!

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Lesezeit: 3 Minuten

Zum Sommeranfang sieht es in Sachen Sonnenschein wieder einmal gar nicht so schlecht aus. Die einen freuen sich darüber, die anderen wissen schon jetzt, dass sie sich auf der Arbeit zu Tode schwitzen werden. Wer also nicht gerade das Glück hat, an einem angenehm klimatisierten Arbeitsplatz zu arbeiten, wird sich wohl oder übel seine Gedanken machen müssen, wie er den Sommer übersteht. Was Arbeitskleidung ist, haben wir dir ja bereits erzählt. Aber welche Arbeitskleidung ist im Sommer ideal? Was lässt du besser im Schrank? Wie hältst du es in deiner Arbeitskleidung aus, ohne dahinzuschmelzen wie eine Plastikschüssel auf einer heißen Herdplatte? Das erfährst du, wenn du jetzt weiterliest!

Drei goldene Regeln für die richtige Arbeitskleidung im Sommer

Sommerzeit, Baby! Backofen-Feeling am Arbeitsplatz. Das Shirt klebt an der Haut. Die Beine in der Hose dürften mitsamt Füßen inzwischen schon gut durchgegart sein. Manchmal ist es einfach so heiß, da würde man die Arbeitskleidung am liebsten zu Hause lassen und im Schwimmbad-Outfit auf der Arbeit erscheinen. Wenn ich mich zum Beispiel an die Zeiten als Koch zurückerinnere, in denen ich bei rund 37 °C Raumtemperatur am Herd stand, dann war das dank Induktionsherden (die ohne Hitzeabstrahlung arbeiten) eigentlich noch gar nichts. Das sah in anderen Restaurantküchen, in denen wir auf offenen Gasflammen kochten, völlig anders aus. Hier war es dermaßen knüppelheiß, dass schon Hobbits vorbei spazierten, um Ringe durchs Küchenfenster zu werfen.

Aber wie muss es erst Leuten gehen, die in praller Sonne im Straßenbau tätig sind und heißes Teer verarbeiten? Oder Dachdeckern? Oder Stahlwerksarbeitern? Natürlich gibt es eine Arbeitsstättenverordnung, in denen geregelt ist, ob und wie bei extremer Hitze gearbeitet werden kann. Aber seien wir mal ehrlich: Wenn das der Weisheit letzter Schluss und die Lösung für das Höllenfeuer-Gefühl am Arbeitsplatz wäre, würde ich jetzt wohl diesen Text nicht schreiben. Doch welche Arbeitskleidung ist nun richtig? Was geht gar nicht?

Eigentlich ist die Wahl nicht schwer, wenn man sich die drei goldenen Regeln für Arbeitskleidung im Sommer führt. Was, es gibt drei goldene Regeln dafür? Ja! Habe ich mir extra für euch ausgedacht!

Regel Nummer 1: Was sein muss, muss sein.

„Och, heute isses hier so heiß auf’m Bau, ich lass Helm mal weg“

oder

„Für den Sommer in der Werkshalle habe ich mir diese wunderschönen Crocs aus dem Discounter geholt – sind total supi und auch viel luftiger als diese blöden Arbeitsschuhe mit Stahlkappe!“

oder

„Heute geht’s im Madonna-Shirt und kurzer Hose ins Stahlwerk!“

In Norddeutschland, wo ich herkomme, sagt man: „Wat mutt, dat mutt“. Und das gilt auch häufig für die Arbeitskleidung. Auch im Sommer gibt’s in manchen Firmen nicht allzu viel Gestaltungsspielraum, und das hat einen guten Grund: Sicherheit. Da kann es noch so heiß sein – Helm bleibt drauf, Sicherheitsschuhe sind Pflicht, Schutzanzug muss getragen werden. Überall dort, wo du aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen kein Risiko eingehen darfst, bleiben dir also nur drei Möglichkeiten:

  • langsamer arbeiten (weniger Anstrengung = weniger Schwitzen)
  • viel trinken (überlebensnotwendig bei extremen Temperaturen)
  • adäquate Alternativen für den Sommer wählen

Ein Anfang wäre beispielsweise schon bei den Schuhen gemacht. Falls du Sicherheitsschuhe tragen musst: Schon einmal über Sicherheitsschuhe mit Kunststoffkappe nachgedacht? Dass Kunststoff leichter als Stahl ist, erklärt sich ja von selbst und wenn du dich leichter bewegen kannst, sparst du bei der ohnehin schon ermüdenden Hitze mit jeder Bewegung Energie. Und was die Stabilität angeht, können die Kunststoffkappen durchaus mit ihren Pendants aus Stahl mithalten – zumindest wenn du nicht gerade der Gefahr ausgesetzt bist, dass dir mehrere Hundert Kilogramm Gewicht auf die Füße fallen könnten. Deshalb: Sicherheit geht vor. Wenn du zum Beispiel mit einer Kettensäge hantieren musst und im Unglücksfall nicht auf deine Zehen verzichten möchtest, dann sind Stahlkappen unverzichtbar.

Finde einen guten Kompromiss beim Stoff

HACCP-Kleidung ist im Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelbereich gefragt. Was HACCP bedeutet haben wir ja bereits an anderer Stelle beantwortet. Je nach Hygienerisiko gibt es unterschiedlich strenge Anforderungen an die Beschaffenheit, aber auch an die Aufbewahrung und Reinigung der HACCP-Jacken, -Hosen, -Kittel, -Overalls & Co. Als Schweißer ist hingegen der schwer entflammbare Schutzanzug Pflicht. Auch hier gibt’s bei der Kleiderwahl also kein Wunschkonzert. Worauf ihr aber achten könnt, ist das Material.

Ein Beispiel: Reine Baumwolle ist zwar robust, aber alles andere als ein Leichtgewicht. Bei normalem Schwitzen mag sie vielleicht noch Flüssigkeit aufsaugen und nach außen transportieren können. Doch, wenn du dich viel bewegst und dein Körper bei richtig üblen Backofen-Temperaturen zu ölen beginnt, klebt sie auch gern auf der Haut. Schau deshalb, ob du nicht vielleicht lieber ein Mischgewebe wählst.

Ein gutes Gleichgewicht zwischen Baumwoll- und Polyesteranteil vereint nämlich gleich mehrere Vorteile. Zum einen trägst du dank des Polyesteranteils weniger mit dir herum, zum anderen erhöht die Kunstfaser auch die Abriebfestigkeit und verbessert das Verhalten des Stoffs bei Kontakt mit heißen Funken. Und falls mal Löcher entstehen, ribbeln diese nicht einfach weiter auf. Außerdem läuft Arbeitskleidung aus einem Baumwoll-Polyester-Mix beim Waschen kaum ein, behält seine Farbe besser und knittert nicht so stark.

Bleib dran und sei gespannt, was ich mir als Regel 2 und 3 ausgedacht habe! 😉

Dragan
Gelernter Koch, heute Texter, Content-Marketing-Fuzzi und Autor im WBLK-Blog. Über 10 Jahre in der Gastronomie gehen aber nicht spurlos an einem vorüber. Auch nicht beim Schreiben. Denn ein guter Text ist manchmal fast dasselbe, wie gutes Essen: Man kann noch so sehr abfeiern, was man da Tolles auf den Teller gezaubert hat – am Ende muss es vor allem den Leuten gefallen, die den Teller vor sich haben.
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