Hoch hinaus und doch auf dem Boden geblieben

Arbeitskleidung für’s Spenglereihandwerk

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Die einen sagen „Klempner“ – jedenfalls überall außer im Süden Deutschlands. Hier, aber auch in Österreich und in der Schweiz, sind die Begriffe „Blechner“, „Flaschner“ oder „Spengler“ üblich. Gemeint ist in der Regel aber dasselbe Handwerk.

An die Nicht-Handwerker dort draußen: Wenn es um Dachdecker oder Schreiner geht, wissen wir in der Regel sofort, was sie tun, aber Hand auf’s Herz: Wenn du nicht gerade zufällig selbst einen Spenglereibetrieb beauftragt hast oder jemanden persönlich kennst, der dort arbeitet, könntest du aus dem Stegreif drei Aufgaben nennen, für die ein Spengler bekannt ist? Dabei ist das Spenglereihandwerk eines der interessantesten und steckt voller Traditionen!

Die Betonung liegt hier buchstäblich auf „Handwerk“, denn trotz allen technischen Fortschritts geht es nie ohne Kreativität, Geschick und das Gefühl für den Werkstoff, mit dem ein Spengler tagtäglich zu tun hat: Metall. Wenn du dich fragst, wer eigentlich diese ganzen Blitzschutzanlagen anfertigt und montiert, Bleche zu Dachrinnen verarbeitet, Dachflächen aus Metall eindeckt, Fassaden und Kamine verkleidet oder Gebäude und Gebäudeteile mit metallenen Verzierungen optisch aufhübscht … tja, das war der Spengler!

Sicher ist: Du musst nicht lange nach einer Arbeit suchen, die aus dessen Hand stammt. Schau einfach zum nächsten Kirchturm hoch! Dort siehst du nicht nur das vollendete Werk in Form vieler einzelner Bleche, mit etwa denen der Turm eingedeckt wurde. Oft ist hier auch – ein bisschen geheimnisvoll – ein Stück jahrhundertealter Spenglertradition verborgen: Ganz weit oben auf der Spitze des Kirchturms, aber zum Beispiel auch auf Rathausdächern oder Schlössern, kannst du oft eine sogenannte Turmkugel erkennen, die das Gebäude ziert.

Würdest du nun hochklettern und die Kugel öffnen, dann könntest du allerhand interessante Dinge darin entdecken – zum Beispiel Zeitungen, Münzen oder Schriftstücke aus der Bauzeit, die hier als Zeitdokument aufgehoben wurden. Genauer gesagt würdest du sie in einer kupfernen Zeitkapsel vorfinden, die ein Spengler mitunter vor vielen hundert Jahren höchstpersönlich verlötet und eingesetzt hat.

Den Brauch findet man heutzutage zwar nicht mehr allzu oft, doch es gibt noch immer einige traditionsbewusste Spengler, die etwa bei einer Grundsteinlegung mit dabei sind und etwas für die Nachwelt in einer Zeitkapsel sichern. Diese Tradition spiegelt wohl am eindrucksvollsten den Nachhaltigkeitsaspekt des Gewerks wider, findest du nicht auch?

Tradition trifft auf Hightech

Wenn man die Arbeiten betrachtet, die das Spenglereihandwerk hervorbringt, dann sind sie dafür gemacht, Generationen zu überdauern – ob am Einfamilienhaus, auf dem Zwiebelkirchturm oder bei architektonisch kreativen Freiformen für öffentliche Gebäude. Die Herausforderung besteht darin, Langlebigkeit mit ansprechender Optik und einwandfreier Funktion zusammenzubringen.

In puncto Technologie bieten sich heutzutage völlig neue Möglichkeiten dafür – sei es durch leistungsfähige Maschinen, CNC-Steuerungen, CAD-Planung oder Dachaufmaße, die mittels Drohne durchgeführt werden. Im Spenglereihandwerk trifft Tradition auf Hightech, und deshalb gehört das Gewerk heute zu einem der spannendsten, in dem auch die Nachhaltigkeit eine feste Rolle spielt. All die Gerätschaften, Werkzeuge und Hilfsmittel, die dem Spengler die Planung und Arbeit leichter machen sollen, helfen zusätzlich auch dabei, die vielen wertvollen Materialien – sprich: Ressourcen – einzusparen oder noch besser auszunutzen.

Als Workwear-Hersteller steht Weitblick vor ähnlichen Herausforderungen: Wie lassen sich die Stoffe mit so wenig Verschnitt wie möglich zu Arbeitskleidung verarbeiten? Wie können Lieferwege so kurz wie möglich gehalten werden? Welche Materialien und Materialkombinationen versprechen ein möglichst langes Workwearleben und wie nachhaltig gehen wir mit Ressourcen um?

Unsere Kleidungsstücke mögen vielleicht keine Jahrhunderte überdauern, aber wie beim Spenglereihandwerk sorgen Tradition und Hightech dafür, dass besonders nachhaltige Arbeitskleidung entstehen kann. Apropos Arbeitskleidung: Was ziehen Spengler eigentlich an, während sie zum Beispiel weit oben auf dem Dach stehen und Blechanschlüsse, Firstentlüftungen oder Schneefänge schaffen, Mauervorsprünge abdecken, Metalldächer eindecken oder Kamine, Gaupen und vieles mehr einfassen?

Nicht kugelsicher, aber viel mit dem Spenglereihandwerk gemeinsam

Viele unter ihnen schwören auf Zunftkleidung – das hat einerseits mit dem persönlichen Geschmack und Traditionsbewusstsein zu tun, andererseits auch mit der Schutzfunktion durch schiere Robustheit – immerhin kann so ein Stoff schon mal locker 500 Gramm pro Quadratmeter auf die Waage bringen, was schon fast als kugelsicher gilt!

Traditionelle Kluft ist bei der Arbeit durchaus üblich, während auf Gesellen- und Meisterfeiern sowie auf Berufsmessen und -ausstellungen Zunfthosen und -sakkos mit allerhand Accessoires keinesfalls fehlen dürfen. Wer als Spengler ans Werk geht und dabei aber auf größtmögliche Bewegungsfreiheit, Leichtigkeit und hohen Tragekomfort Wert legt, ohne auf einen langlebigen und robusten Stoff verzichten zu müssen, wird sich aber nach etwas Modernerem umschauen.

Modern heißt ja nicht zwangsläufig Laufsteg-Look oder fancy Farbvielfalt. Da käme Workwear gerade recht, die zwar nicht kugelsicher ist, aber eine Menge mit der Arbeit eines Spenglers gemeinsam hat: Funktional und beständig, aber nicht überladen. Zeitgemäß und ästhetisch, aber nicht pompös. Mit Liebe zum Handwerk aus hochwertigen Materialien hergestellt, aber dabei keine Ressourcen verschwendet.

Das klingt ganz nach unserer neuen Core Level 1 Kollektion! Die ist nicht nur super-robust, bequem und schick zugleich, es ist obendrein die allererste Kollektion, an der ganzheitlich das „Supporting Fairtrade Cotton“-Label prangt und zu den Produkten von Weitblick zählt, die mit dem „Grünen Knopf“ zertifiziert sind. Nun ist Kleidung seit jeher auch immer ein Statement – schön, wenn man es mit so einer Workwear ganz für sich selbst setzen kann, nicht wahr?

Dragan
Gelernter Koch, heute Texter, Content-Marketing-Fuzzi und Autor im WBLK-Blog. Über 10 Jahre in der Gastronomie gehen aber nicht spurlos an einem vorüber. Auch nicht beim Schreiben. Denn ein guter Text ist manchmal fast dasselbe, wie gutes Essen: Man kann noch so sehr abfeiern, was man da Tolles auf den Teller gezaubert hat – am Ende muss es vor allem den Leuten gefallen, die den Teller vor sich haben.
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