„Lieber nur einen einzigen Baum gepflanzt, als …“

Baumpflanzaktion mit Weitblick und den Klimahelden

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Lesezeit: 5 Minuten

Während du diesen Satz liest, vergehen vielleicht etwa drei Sekunden – und in drei Sekunden kann eine Menge passieren. Ein Beispiel: Während dieser drei Sekunden wurden weltweit gerade gut 34.000 Bäume gefällt. Richtig gehört. In nur drei Sekunden. Schätzungsweise 15 Milliarden Bäume verschwinden pro Jahr durch Menschenhand von der Bildfläche dieses Planeten. Das sind zwar „nur“ 0,5 Prozent der insgesamt um die drei Billionen Bäume, die es auf der Welt gibt, aber machen wir uns nix vor: Man darf davon ausgehen, dass der Mensch an sich nicht plötzlich damit anfängt, weniger Wald abzuholzen – und erst recht nicht, dass dabei generell alles mit rechten Dingen zugeht.

Umso schöner, dass es auf der anderen Seite auch genügend Menschen und Unternehmen gibt, die Bäume pflanzen. Ohne Wälder ginge es uns und dem Klima nicht allzu gut, schließlich speichern sie riesige Mengen an CO2. Der Wald kann aber noch mehr: Wasser filtern, Böden schützen, Lebensraum bieten … All diese Aspekte sollten bei einer Aufforstung berücksichtigt werden – es ist ja nicht einfach damit getan, wahllos möglichst viele Bäume quer durch die Botanik zu pflanzen. Nein, es braucht natürlich einen Ort, an dem das Bäumepflanzen auch nachhaltig positive Auswirkungen hat.

So ein Ort ist zum Beispiel der Lohrer Stadtwald – etwa 60 Kilometer östlich des Weitblick-Hauptquartiers in Kleinostheim gelegen. Hier wütete im Jahre 2018 der Sturm Burglind und riss dabei etliche Bäume einfach um, weshalb in diesem Gebiet perspektivisch 10.000 neue Bäume gepflanzt werden sollen. Um die ersten 3.000 davon in den Boden zu setzen, trafen sich hier am 5. November 2022 gut 120 Menschen zu einer Baumpflanzaktion. Diese wurde organisiert von Spessartbaum – einem Partner des Vereins Klimahelden Aschaffenburg e.V., deren Vorsitzende Vanesser Weber ist. Über Vanessas Gesellschafts- und Klima-Engagement sowie über die Kooperation zwischen der Vanessa Weber Stiftung und Weitblick haben wir dir ja in einem anderen Beitrag in diesem Blog schon etwas erzählt.

Aber zurück zur Baumpflanzaktion: Selbstverständlich war bei dieser auch das Weitblick-Team mit seinen gespendeten Bäumchen am Start. Und von diesen kamen so einige zusammen – sei es etwa aus Erlösen aus dem Verkauf von Weitblick-Honig auf der Südback-Messe, aus einer Glücksradaktion im vergangenen Sommer bei Weitblick-Partner „We Love Cocktails“ oder aber zum freudigen Anlass, wenn ein jemand aus dem Weitblick-Team familiären Nachwuchs bekommt.

Für die Folgen des Klimawandels gewappnet

Bei allem Klima-Engagement – kein Bäumchen-Pflanzen ohne Förster! Michael Neuner ist so einer und seit 2021 hat er den Stadtwald Lohr in seiner Obhut. In seiner Tätigkeit als Förster hat er seit 2010 auch eine ganze Menge Bäume gepflanzt. „Mindestens 5.000“, wie er sagt. Erwartungsgemäß ist er auch am liebsten draußen in der Natur und kümmert sich intensiv um die Pflege der Waldbestände – wenngleich er als Förster auch jede Menge Zeit im Büro verbringen muss.

Apropos Zeit: Auch die Zeiten haben sich geändert, was den Zustand der Wälder betrifft. Oder besser gesagt die Herausforderungen. “Dem Spessart geht es den Umständen entsprechend gut. Früher hatte man noch ganz andere Probleme, den Wald zu pflegen aufgrund von intensiverer Benutzung“, so Neuner. „Die Wälder waren generell nicht in einem so guten Zustand wie heute. Heutzutage gibt es aber auch andere Herausforderungen aufgrund des Klimawandels – wie zum Beispiel Trockenheit“.

Unter anderem ist dies einer der Gründe, weshalb bei dieser Baumpflanzaktion kleine Traubeneichen gepflanzt wurden. Laut des Försters sei dies sowohl eine seit Jahrhunderten währende Tradition als auch wichtig für den Naturschutz – ganz zu schweigen von den sehr guten Holzeigenschaften des Baumes, welcher aber noch einen markanten Vorteil mitbringt: Sie ist für die Folgen des Klimawandels gewappnet. „Die Traubeneiche hat tiefe Wurzeln, weswegen sie nicht so sehr vom Klimawandel betroffen ist wie andere Baumarten. Sie kann trotz hoher Temperaturen überleben.“ Und das muss sie auch eine ganze Weile, denn bis aus den kleinen Setzlingen groß gewachsene Bäume werden, dauert es gut 200 Jahre – inklusive intensiver Begleitung durch forstwirtschaftliche Pflege, wie Michael Neuner versichert. Das hört sich zweifellos nach einer Mehr-Generationen-Aufgabe an.

Apropos: Gleich mehrere Generationen haben bei dieser Aktion tatkräftig mit angepackt – und die kleinen Bäumchenpflanzer in den von Weitblick gesponserten „Klimahelden“-Shirts waren nach getaner Arbeit stolz wie Bolle, wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann!

Fleißig mitgemacht hat aber selbstverständlich auch die Weitblick-Geschäftsführerin Isabelle Ilori-King, die mit ihrem Mann und Töchterchen Katelyn mit vor Ort war. Für Isabelle ist diese Baumpflanzaktion ein Herzensprojekt: „Wir möchten nicht nur nachhaltige Workwear herstellen, sondern auch als Unternehmen nachhaltig handeln.“ So gehe es vor allem darum, die Umwelt einerseits so gut es geht zu schonen und zu schützen, andererseits auch einen Teil dazu beizutragen, diese vor Ort wieder aufzubauen. „Deswegen haben wir uns dafür entschieden, die Klimahelden beim Pflanzen von Bäumen zu unterstützen. Gleichzeitig unterstützen wir es, dass bereits die Kleinsten unter uns mit dem Thema konfrontiert werden und Freude daran erfahren können, mit ihren eigenen Händen etwas Gutes für die Umwelt tun zu können.“, so Isabelle.

Man spendet nicht einfach Geld, sondern hat etwas mit seinen eigenen Händen getan.

Nachhaltiges Engagement braucht zwar immer Akteure, die vorangehen, doch am besten geht es gemeinsam. Dazu kooperiert Weitblick wie schon erwähnt mit der Vanessa Weber Stiftung, zu welcher auch die Klimahelden gehören. Vanessa hat in diesem Rahmen schon so einige Baumpflanzaktionen durchgeführt – vorwiegend in der heimischen Region, wie sie sagt. „Aschaffenburg, Kleinostheim, Goldbach, Lohr … und nun haben wir auch in Hessen und im Harz gestartet.“, erzählt die Unternehmerin. Wie viele Bäume dabei bisher wohl gepflanzt wurden? „Ich denke, es müssen circa 180.000 gewesen sein“, schätzt Vanessa. „Wir haben das Ziel, in zehn Jahren eine Million Bäume gepflanzt zu haben. Da sind wir auch auf einem guten Weg, würde ich sagen!“

Ja, das Ziel ist vor allem ambitioniert – aber hinter all dem steckt mehr als bloß eine Zahl oder Marke, die es zu knacken gilt. So gab es für Vanessa schon immer zwei Themen, für die sie sich eingesetzt hat: „Zum einen die Kinderbildung und zum anderen die Nachhaltigkeit. Das Bäumepflanzen gehört für mich dann zur Nachhaltigkeit. Zudem ist es einfach toll, einen zwei- oder dreijährigen Baum zu pflanzen und immer wieder einen Punkt zu haben, an dem man zurückkehren kann, um sich seine Tat anzusehen. Man spendet nicht einfach Geld, sondern hat etwas mit seinen eigenen Händen getan. Und dazu kommt natürlich auch, dass wir uns freuen, Kinder dazu zu motivieren, Teil zu sein und ihnen zu erklären, wie ein Baum gepflanzt wird und wie alles wieder zur Natur geführt wird.“

Die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und eigenständig aktiv zu werden, steht also an oberster Stelle, wenn tatsächlich etwas verändert werden soll  – sowohl für Weitblick als auch für die Unternehmerin und ihre Stiftung. Das schließt natürlich mit ein, die nächsten Generationen dabei an die Hand zu nehmen, wenn wir sie dazu ermutigen wollen, dasselbe zu tun. Das ist es wohl, was Vanessa stets mit „enkeltauglich“ meint, wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist. Und als wir sie fragten, wie sie den Satz vervollständigen würde, wunderten wir uns nicht darüber, dass Vanessa sagte: „Lieber nur einen einzigen Baum gepflanzt, als nur protestieren zu gehen“. Ich denke, das kann man ohne weiteren Kommentar so stehen lassen.

P.S.: Schaut gerne mal auf den Websites der Akteurinnen und Akteure vorbei, die diese Baumpflanzaktion möglich gemacht haben!

Spessartbaum:                                  https://spessartbaum.org/

Klimahelden Aschaffenburg e. V.:     https://klimahelden.org/

Vanessa Weber Stiftung:                   https://vanessa-weber.org/

Dragan
Dragan
Gelernter Koch, heute Texter, Content-Marketing-Fuzzi und Autor im WBLK-Blog. Über 10 Jahre in der Gastronomie gehen aber nicht spurlos an einem vorüber. Auch nicht beim Schreiben. Denn ein guter Text ist manchmal fast dasselbe, wie gutes Essen: Man kann noch so sehr abfeiern, was man da Tolles auf den Teller gezaubert hat – am Ende muss es vor allem den Leuten gefallen, die den Teller vor sich haben.
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