„Schweinehund überwinden und dahinterklemmen!“

Zoé Drost im Interview über ihr duales Studium bei Weitblick

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Lesezeit: 6 Minuten

Wenn man sich nach der Schulzeit mit seiner beruflichen Zukunft beschäftigt, kommt man nicht an dem Begriff „Duale Ausbildung“ vorbei. Ich würde mal behaupten, dass jeder weiß, was damit gemeint ist: In deinem Ausbildungsbetrieb packst du (im besten Fall) vom ersten Tag an aktiv mit an und lernst auf praktische Weise, wie es in deinem Beruf zugeht.

Für alles Theoretische geht’s an festen Tagen oder in Form von Blockunterricht in die Berufsschule und am Ende hast du nach bestandener Abschlussprüfung deinen Gesellenbrief in der Tasche. Das ist der bewährte Klassiker in Deutschland. Es liegt auf der Hand, dass du bestens vorbereitet ins Berufsleben einsteigst, wenn du deinen Joballtag schon gut kennst und weißt, was dich wirklich erwartet.

Dasselbe dürften sich ebenso diejenigen gedacht haben, die das duale Studium ins Leben gerufen haben. Auch hier lernst du die berufliche Praxis im Betrieb, was allerdings in Kombination mit einem akademischen Studium stattfindet – also mit Vorlesungen, Klausuren und allem Drum und Dran. Im sogenannten ausbildungsintegrierenden Modell kann, wie der Name schon sagt, nebenbei auch noch eine Ausbildung eingeschlossen sein. Nach dem Abschluss des dualen Studiums darfst du dich dann beispielsweise „Bachelor of Arts“ nennen. Es gibt natürlich noch weitere Studiengänge wie zum Beispiel „Bachelor of Science“, „Bachelor of Business Administration“ und so weiter. Das kommt natürlich ganz darauf an, welchen Schwerpunkt du in deinem Studium setzt.

Weshalb das duale Studium in den frühen 1970er Jahren ins Leben gerufen wurde, lag unter anderem an der seinerzeit hohen Zahl neu gegründeter Schulen. Mit ihnen stieg nämlich auch die Anzahl an Leuten, die ihr Abitur absolvierten und anschließend überwiegend studieren wollten.

Während in den Unis und den damals brandneuen Fachhochschulen also ordentlich was los war, machte sich in den Unternehmen die Sorge breit, ob und wie sie künftig an qualifizierte Nachwuchskräfte kommen können, wenn diese ihren Beruf größtenteils nur aus der Theorie kennen. Mit dem Ansatz des dualen Studiums schlug man also zwei Fliegen mit einer Klappe.

Heute ist das ähnlich. Immer mehr Menschen wollen studieren, während die HR-Abteilungen vielerorts in die Röhre gucken. Da ist die Option des dualen Studiums, damals wie heute, für beide Seiten doch ein Segen!

Duales Studium bei Weitblick – ist das möglich?

Zoé Drost, Duale Studentin bei Weitblick

Worauf du wetten kannst! Eine duale Studentin kann ich dir an dieser Stelle direkt vorstellen: Zoé Drost. Zoé ist 22 Jahre alt und seit Oktober 2019 bei Weitblick an Bord. Sie hat also bereits den zeitlich größten Teil ihres dualen Studiums bei Weitblick hinter sich und erzählt im folgenden Interview ganz objektiv und ungefärbt, wie es sich so studiert, welche Konditionen es bei Weitblick gibt, wie hoch das Pensum ist und auch, ob sie sich noch einmal dafür entscheiden würde, ein duales Studium anzugehen.

Apropos: Warum sollte man sich überhaupt für ein duales Studium entscheiden, liebe Zoé?

Weil du eine gute Abwechslung zwischen der Theorie und der Praxis hast und nicht lange warten musst, um dein Gelerntes direkt anwenden zu können. Du sammelst direkt Arbeitserfahrung, lernst den Beruf kennen und findest so raus, ob es dir Spaß macht oder in welchen Abteilungen deine Stärken liegen.

Außerdem erhältst du jeden Monat eine Vergütung und musst nicht neben dem Studium noch in einem Nebenjob arbeiten. Am Ende des Studiums wirst du beim Einstieg ins richtige Arbeitsleben außerdem nicht ins kalte Wasser geworfen.

Was sind für dich generell die größten Vorteile, die ein duales Studium mit sich bringt?

Vor allem, dass man sich in den drei Jahren Studienzeit ganz auf die sich abwechselnden Theorie- und Praxisphasen konzentrieren kann. In der Theoriephase hat man den Kopf frei zum Lernen, Studieren und dem Aneignen von Fachwissen.

In der Praxisphase lernt man dagegen die Arbeitswelt und das Unternehmen intensiv kennen und wird nicht zwischendurch einfach „herausgerissen“. Gleichzeitig kann man die Zusammenhänge aus der Theorie erkennen und bestenfalls sein theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen.

Und weshalb sollte man sich für ein duales Studium bei Weitblick entscheiden?

Weil die Unternehmensphilosophie „Begeisterung. Gemeinsam. Kreieren“ in allen Bereichen spürbar ist. Das Team ist insgesamt sehr vielfältig und offen, wir haben ein familiäres Verhältnis zueinander und begegnen uns mit viel Vertrauen und Respekt. Deshalb haben wir hier auch so ein harmonisches und positives Arbeitsklima.

Ich hatte von Anfang an ein Gefühl von Zugehörigkeit, und das auch, weil die Hierarchien hier tatsächlich flach sind. Was hier auch nicht fehlt, ist ein modernes Arbeitsumfeld beziehungsweise moderne Arbeitsplätze – das motiviert auch!

Wenn  man ein duales Studium machen möchte, welche Studiengänge kann man bei Weitblick absolvieren und welche Module gibt es?

Weitblick bietet Betriebswirtschaftslehre an, informiert sich aber auch über andere Studiengänge, um mehr Möglichkeiten anzubieten. Was die Module betrifft, gibt es im Bereich BWL viel Abwechslung.

Das reicht von Marketing, Accounting, Projektmanagement über Spezialisierung auf Handel und Dienstleistung bis natürlich allgemeiner Betriebswirtschaftslehre und viele weitere Themen. Wenn man ein duales Studium machen möchte, bewirbt man sich am besten direkt bei Weitblick, unsere Personalabteilung meldet die Person dann bei der Berufsakademie Rhein-Main an.

Und wie sieht’s in Sachen Vergütung, Urlaub und Arbeitszeit aus?

Wir haben eine 40 Stunden Woche, aber die Arbeitszeiten sind dank Gleitzeit flexibel. Mobiles Arbeiten ist auch möglich, da wir mit Laptops ausgestattet sind. An Urlaubstagen mangelt es auch nicht, durch die zweimonatigen Phasen im Wechsel muss man sogar schauen, wie man seine Tage verplant bekommt.

Es gibt eine monatliche Vergütung, natürlich auch in den Theoriephasen. Die wird pro neuem Studienjahr erhöht. Ansonsten hat das Unternehmen viele Mitarbeiter-Benefits parat, lässt lustige interne Events und Feiern steigen und bei den organisierten Azubitreffen können wir uns alle untereinander noch besser kennenlernen und unseren Kontakt stärken.

Erzähl doch mal, wie dein duales Studium bei Weitblick allgemein abläuft!

Insgesamt dauert das Studium drei Jahre und wie gesagt wechseln sich die Theorie- und Praxisphasen ab, und zwar in einem zweimonatigen Rhythmus. Im Oktober geht’s los, und bevor der zweimonatige Theorieblock bei der Berufsakademie Rhein-Main in Rödermark beginnt, ist man erst mal zwei Wochen am Stück bei Weitblick, um das Unternehmen etwas kennenzulernen.

Die theoretischen Phasen beginnen mit Vorlesungen, davon immer maximal zwei am Tag von jeweils drei Stunden und 15 Minuten Länge. Innerhalb der Vorlesung gibt es aber noch eine 15-minütige Pause. Je nach Corona-Situation ist das in Online- oder Präsenzveranstaltungen organisiert.

Zum Ende hin geht es an die Klausuren – das findet meist in den letzten zwei Wochen der Theoriephase statt. Wie viele Klausuren geschrieben werden, hängt davon ab, wie viele Module man hatte. Dann wird pro Studienjahr am Ende eine Präsentation des Theorie-Praxis-Transfers gehalten– dazu gleich mehr.

Im Dezember geht es mit der Praxisphase los. Während dieser wird man in unterschiedliche Abteilungen eingeteilt, sodass man in verschiedene Aufgabenbereiche schauen kann. Ich persönlich wurde gut eingearbeitet und konnte mich um abwechslungsreiche Aufgaben kümmern.

Am Ende der Praxisphase muss der erwähnte Theorie-Praxis-Transfer an der Berufsakademie eingereicht werden. Darin geht es grob erklärt um die Frage wie, welche Zusammenhänge der erlernten Theorie mit meiner beruflichen Praxis zu tun haben und wie ich dieses Wissen praktisch anwenden kann. Diese Berichte sind die Grundlage für die jährlichen Theorie-Praxis-Transfer-Präsentationen.

Arbeiten, lernen, eine 40h Woche mit vollem Programm und zusätzlich noch auf Klausuren vorbereiten. Das klingt hart. Wie motivierst du dich und wie oft hast du überlegt, das Studium hinzuschmeißen?

Ehrlich gesagt klingt das härter als es ist. Es kommt ja nicht alles auf einmal auf dich zu. In der Regel musst du also während der Arbeit nicht an die Uni denken und andersrum. Was mich aber dabei motiviert? Das ist das Zusammenspiel und die Abwechslung!

Am Ende einer Theoriephase freue ich mich wieder auf die Arbeit, wo ich meine praktischen Fähigkeiten ausleben kann, wieder den Kontakt zu den Kollegen habe und nach dem Feierabend auch den Kopf ausschalten kann. Trotzdem ist es dann auch wieder schön nach zwei Monaten ein Stück länger zu schlafen, auch die Kommilitonen wieder zu sehen und etwas Neues in Form der Theorie zu lernen.

So geht es von Phase zu Phase weiter und schneller als du gucken kannst, schreibst du schon deine Bachlorthesis. Wie oft ich schon überlegt habe hinzuschmeißen? Noch nie! Natürlich gibt es Momente, an denen man keine Lust mehr hat, einfach entspannen möchte oder es einem alles zu viel vorkommt. Aber glaube mir, das geht schnell wieder vorbei!

Schweinehund überwinden und dahinterklemmen – und dann merkst du, dass doch alles machbar ist. Umso besser und motivierter fühlst du dich, wenn du dann einen Haken setzen kannst und ein Stück näher an den Abschluss rückst. Aufzugeben war für mich noch nie eine Option!

Wie organisierst du dich? Welche Tipps kannst du angehenden dualen Studierenden mit auf den Weg geben?

Zeitmanagement – Struktur – Zielstrebigkeit. Mir die Dinge zu Herzen zu nehmen hat mir in meiner bisherigen Zeit im dualen Studium sehr geholfen. Und Zeitmanagement. Ich weiß, Zeitmanagement ist so ein Ding und klappt nicht immer, auch bei mir nicht.

Du glaubst gar nicht wie oft ich mir vorgenommen habe, früher anzufangen, um für eine Klausur zu lernen und dann war die Couch doch gemütlicher. (lacht) Trotzdem ist es eigentlich das A und O.

Je besser du dir die anstehenden Aufgaben einteilst, desto entspannter gehst du durch den Tag, egal ob es auf der Arbeit oder im Studium ist. Und vor allem beim Lernen: Unterschätze nicht die Zeit!

Bezüglich Struktur: Schreibe dir To-Do-Listen. So weißt du, was für dich ansteht, hast einen Überblick darüber, was noch offen ist, wo du eventuell nochmal nachhaken musst, oder du hast damit schlicht und einfach eine Gedankenstütze.

Solche Listen haben mir immer gut geholfen, um an alles zu denken, strukturiert arbeiten zu können und Prioritäten festzulegen. In Sachen Zielstrebigkeit: Habe im Auge worauf du hinarbeitest.

Das muss nicht direkt der Abschluss sein, das können vielleicht eher die einzelnen Theorie- und Praxisphasen, Klausuren oder Präsentationen sein. Wenn du mal in ein Loch von Demotivation fällst, dann setze dir das nächste Ziel vor Augen und dann kommst du da schon wieder rausgeklettert.

Mein Tipp zum Schluss: Egal in welcher Hinsicht, lass dich von keinem verunsichern und dir vor allem nicht die Freude und Motivation nehmen! Wie viele mir gesagt haben, ein duales Studium wäre so stressig und hart, die Abteilung XY wäre langweilig oder der Dozent wäre nicht gut.

Im Nachhinein hat sich für mich immer herausgestellt, dass ich nicht viel Wert auf diese Aussagen geben konnte. Mache dir immer ein eigenes Bild!

Also würdest du dich wieder für ein duales Studium entscheiden?

Auf jeden Fall! Es ist die perfekte Mischung zwischen Theorie und Praxis und du kannst dabei die Vorteile beider Seiten ausnutzen: Du bekommst ein Gehalt und kannst nach Feierabend abschalten, hast aber in den Theoriephasen auch mal mehr Zeit außerhalb von Vorlesungen und kannst länger schlafen!

Dragan
Dragan
Gelernter Koch, heute Texter, Content-Marketing-Fuzzi und Autor im WBLK-Blog. Über 10 Jahre in der Gastronomie gehen aber nicht spurlos an einem vorüber. Auch nicht beim Schreiben. Denn ein guter Text ist manchmal fast dasselbe, wie gutes Essen: Man kann noch so sehr abfeiern, was man da Tolles auf den Teller gezaubert hat – am Ende muss es vor allem den Leuten gefallen, die den Teller vor sich haben.
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