Ein Teil der Sharing-Economy!

Nachhaltiger Textilkreislauf: Im Chat mit Wolfram Rees

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Lesezeit: 4 Minuten

Third Meet: BARDUSCH

Zu Besuch in der Hauptzentrale bardusch GmbH & Co. KG in Ettlingen.

Unsere nächste Reise hat uns Richtung Süden Deutschlands geführt. Vor Ort hat uns Wolfram Rees empfangen. Was er alles zu Nachhaltigkeit im Textilkreislauf zu erzählen hat, könnt ihr im nachstehenden Interview mit ihm nachlesen. Lasst es euch nicht entgehen! Es warten spannende Facts auf euch!

Interviewpartner:

Wolfram Rees – Geschäftsführer im Bereich Vertrieb & Marketing

Fragen zur Person und dem Unternehmen:

Vera: Herr Rees, sind Sie gut in den Tag gestartet?
Wolfram Rees: Jawoll, wunderbar!

Mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit gefahren?
Zu Fuß 🚶‍♂️ – Ich wohne gegenüber in einem Hotel. Das sind keine 250 Meter von hier.

Könnten Sie sich vorstellen, auch mal über Carsharing oder mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen?
Das kann ich mir nicht nur vorstellen, sondern ich nutze bereits ein Sharing-Model regelmäßig. In ganz Deutschland kann ich mit meinem Unlimited-Vertrag ein beliebiges Miet-Fahrzeug kostenfrei mieten. Man könnte hierzu quasi auch Car-to-go sagen. Ich kann an jedem Flughafen oder Bahnhof ein Fahrzeug mieten und dieses auch wieder an einem anderen Ort abstellen.

Mäntel, Mäntel und noch mehr Mäntel – Über tausende von Teilen werden hier täglich gereinigt.

Bei bardusch seit…
… 2 Jahren.

Bardusch in drei Worten:
Tradition, Kompetenz und Innovation

Am liebsten mache ich … bei der Arbeit.
Am liebsten höre ich meinen Mitarbeitern zu, denn das Spannendste an der Arbeit ist es, zu erfahren, warum die Menschen mit einem zusammenarbeiten. Und hierfür hat jeder seinen bestimmten Grund.

Heiß wie im Backofen – Im Finisher wird alles trocken!

Wenn Sie ein Kleidungsstück wären, welches würden Sie wählen?
Zum einen wäre ich gerne eine Kochjacke 👨‍🍳, weil ich privat sehr gerne koche und weil es ein Kleidungsstück ist, das einen sehr schützt und hygienische Aspekte erfüllt. Und zudem hat es auch eine gewisse Form und einen Schnitt. Die Kleidung drückt die Individualität einer Person aus. Zum zweiten wäre ich auch gerne ein Jackett 🤵, weil es Werte wie Tradition und Kompetenz verkörpert.

Ihr Lieblingsteil, was Sie privat besitzen?
Das ist mein Hoodie von St. Pauli.⚽

Würden Sie es auch teilen und wenn ja, mit wem? 😉
NEIN – definitiv nicht. 😉 Eventuell mit meinen Söhnen. Aber die sind derweil größer als ich, daher besteht keine Gefahr mehr.

So nun Spaß bei Seite und zum eigentlichen Thema des nachhaltigen Textilkreislaufes:

Sharing – nur ein Trend oder ein zukünftiges, bewährtes Modell für Sie?
Das Modell ist auf jeden Fall sehr zukunftsorientiert. Es ist auch der Modernität unserer Gesellschaft geschuldet. Es ist durchaus ein Trend, aber auch ein nachhaltiges, langfristiges Thema, was uns umtreiben wird. Wir haben nur begrenzt Ressourcen und besonders diese Ressourcen, die wir nur wenig oder einzeln nutzen, können in der Summe für die ganze Welt sparender verwendet werden, wenn wir sie teilen

Selbst schonmal geshared?
Täglich durch den Mietwagen. Ich habe aber auch schon Berufskleidung in meiner Ausbildung zum Industriekaufmann selbst getragen. Ich weiß gar nicht mehr, von welchem Hersteller diese war – das ist aber auch schon 20 bis 30 Jahre her. Natürlich war sie aber nicht so toll wie die von Weitblick 😉 Ja und jetzt share ich natürlich auch die Hemden von Weitblick.

Passt alles? – Noch ein prüfender Blick und die Hose landet schon bald wieder beim Kunden.

Sehen Sie in den vielzähligen Sharing-Modellen auch einen kritischen Aspekt?
Ja, denn der Respekt gegenüber dem jeweiligen Sharing-Gegenstand geht oftmals verloren. Das heißt, wenn ein Gegenstand geshared wird, verliert in einigen Fällen die einzelne Person den Respekt gegenüber diesem Gegenstand. Somit geht auch der gefühlte Wert dieses Gegenstandes verloren. Diese Einstellung ist leider nicht zielführend für das Modell.

Was ist das Besondere am Sharing bei Bardusch?
Im nachhaltigen Textilkreislauf sprechen wir schon von etwas Besonderem. Wir bieten nämlich eine Individualität für den Träger bzw. die Firma. Jeder Träger kann die Arbeitskleidung tragen, die für seinen Arbeitsbereich optimal ist. Das ist bei einem E-Roller oder Car-to-go nicht unbedingt der Fall. Diese sind so, wie sie sind, und können auch nur so genutzt werden. Die Berufskleidung hingegen kann ich an meine individuellen Bedürfnisse anpassen. Eine weitere Besonderheit betrifft den Bereich Schutzausrüstung. Hier müssen gewisse Regularien/Normen erfüllt werden. Diese wiederum sind nur gewährleistet, wenn der Kunde die Berufskleidung auch in einer professionellen Wäscherei pflegen lässt.

Gibt es Unterschiede von Car- oder Bikesharing zum Textilrenting?
Ich habe, einfach gesagt, immer noch die Individualität der Kleidung. Jeder Kunde hat eigene Bedürfnisse und Vorstellungen von seiner Kleidung. Diese können wir im Textilkreislauf optimal erfüllen. Außerdem verhindern wir durch unsere Prozesse eine Vermehrung multiresistenter Keime, die sich in der gewöhnlichen Haushaltswäsche explosionsartig vermehren und durchaus ein Gesundheitsrisiko für die Familie und den Träger darstellen können. Außerdem muss man sich in der Haushaltswäsche immer nach dem schmutzigsten Teil in der Maschine richten und dementsprechend das Waschmittel dosieren bzw. den Waschgang auswählen. In einer professionellen Großwäscherei wird hingegen die gesamte Kleidung eines Kunden zusammen und auf einmal gewaschen. Da die Kleidungsstücke eines Unternehmens einen ähnlichen Verschmutzungsgrad aufweisen, können wir die Ressourcen Wasser, Zeit, Temperatur und Chemie optimal auf die jeweilige Waschladung abstimmen. Aus meiner Einschätzung heraus ist das ein enorm ressourcenschonender Prozess.

Perfekt abgestimmt! – Waschmittel, Temperatur und Waschgang sind genau auf die Art der Materialien ausgewählt.

Wenn Sie einem Handwerker kurz und knapp den Textilkreislauf erklären müssten, was würden Sie sagen?
„Wir übernehmen das komplette Textilmanagement für Sie als Handwerker. Wir kümmern uns darum, dass Sie die richtige Berufsbekleidung für Ihre Mitarbeiter zur richtigen Zeit in der benötigten Stückzahl haben. Wir sorgen dafür, dass Sie alle Normen, Gesetze und Richtlinien einhalten und Sie sich auf Ihre Kernkompetenz – Ihr Handwerk – konzentrieren können. Wir übernehmen den Rest!“

Sehen Sie im Mietkreislauf nachhaltige Aspekte und wenn ja, welche?
Ja, auf jeden Fall! Wir arbeiten ja schon „von Natur aus“ ressourcenschonend 😉 Wir setzen die drei wesentlichen Komponenten Wasser, Temperatur und Chemikalien beim Waschen optimal ein. Wir nutzen also die benötigte Menge an Wasser, die richtige Temperatur und die notwendige Menge Reinigungsmittel, sodass wir unseren Kunden optimale Waschergebnisse präsentieren können. Wir sind bemüht, alle Komponenten so ressourcenschonend wie möglich einzusetzen und arbeiten kontinuierlich an einer weiteren Reduzierung. Sprich: niedrigere Temperaturen, weniger Wasser, weniger Chemie. Nachhaltigkeit finden wir aber natürlich auch, wenn man sich die Organisation unseres Fuhrparks ansieht bzw. die Einsparung, die durch optimale Logistik entsteht. Denn es fährt quasi nicht jedes einzelne Kleidungsteil herum, sondern es wird die Berufskleidung der Kunden in verschiedenen Touren gebündelt und gesammelt ausgeliefert. Des Weiteren spielt auch die Langlebigkeit der Berufsbekleidung eine große Rolle. So halten die Teile meist über mehrere Jahre hinweg und müssen nicht wie im Fashion-Bereich nach einer Saison direkt wieder ausgetauscht werden. Wir bei Bardusch achten sehr stark auf Nachhaltigkeit, nicht nur im Textilservice, sondern auch in unseren eigenen Prozessen. So ist es uns wichtig, dass unsere Mitarbeiter im Außendienst beispielsweise Fahrgemeinschaften bilden und für Langstrecken mit den Zug nehmen. Dennoch muss ich eingestehen, dass es noch den einen oder anderen Aspekte im Textilkreislauf gibt, den wir noch nachhaltiger gestalten könnten. Hier müssen wir gemeinsam mit den Gewebeherstellern und Konfektionären an Lösungen arbeiten und uns für die Zukunft noch nachhaltiger aufstellen.

Wohin des Weges? – Das weiß das System nur dank des Bügels, auf dem das Kleidungsstück hängt.

bardusch GmbH & Co. KGhttps://www.bardusch.com/
Auch in der fünften Generation unseres Familienunternehmens gewährleisten wir Ihnen einen kundennahen und bedarfsorientierten Service: Wir bieten Ihren Mitarbeitern Kleidung, die so individuell ist wie jeder, der sie trägt. Europaweit verlassen sich über 90 000 Kunden aus allen Branchen auf unseren Textilservice. Mehr als 1 Million zufriedene Arbeitnehmer tragen täglich unsere Arbeitskleidung am eigenen Leib. Deswegen achten wir sehr stark auf Qualität, Komfort, Design, Hautverträglichkeit und Umweltfreundlichkeit.
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